Extremismus, besonders der islamistisch geprägte Radikalismus, ist mittlerweile nahezu auf der ganzen Welt zu einem Problem geworden, wie der Blick in die Medien zeigt. Hier sind vor allem die Terrorgruppen „Islamischer Staat“ im Irak und Syrien, sowie „Boko Haram“ in Nigeria zu nennen. Traurige Höhepunkte der jüngeren Vergangenheit für extremistisch motivierte Straftaten waren die Anschläge in Paris und Kopenhagen.

Doch neben den islamistischen Aktivitäten gibt es weitere Facetten des Extremismus. Hier sind zum Beispiel rechtsradikale Bewegungen zu nennen, wie sie leider auch in Deutschland zu beobachten sind. In einem aktuellen Fall übten Neonazis Druck auf einen ehrenamtlichen Bürgermeister in Sachsen-Anhalt aus und bedrohten ihn, weil er Flüchtlinge in seinem Ort aufnehmen lassen wollte. Schließlich war die Lage zu gefährlich, so dass der Lokalpolitiker aus Sorge um die Sicherheit seiner Familie von seinem Amt zurücktrat.

Was ist der Unterschied zwischen Extremismus und Meinungsfreiheit?

Da es hierfür keine allgemeingültige Definition gibt, wollen wir ein paar Merkmale nennen, die Extremismus oder Radikalismus kennzeichnen:

  • Ideologie vor Gesetz und Verfassung

    Extremisten stellen ihre Meinungen und Ideologien über die Gesetzgebung und die Verfassung. Speziell Anhänger islamistischer Gruppierungen lehnen die freiheitlich-demokratische Grundordnung auf Basis des Grundgesetzes ab. Sie fordern eine auf der Scharia begründete Änderung der derzeitigen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse.

  • Absoluter Wahrheitsanspruch

    Extremistische Gruppierungen dulden keine Abweichungen von ihrer eigenen Haltung. Oft werden „einfache“ Lösungsansätze für eine vermeintlich bessere Welt gegeben, auf die hingestrebt wird.

  • Gezieltes Anwerben junger Menschen

    Häufig versuchen extremistische Gruppierungen, gezielt junge Menschen für ihre Zwecke anzuwerben, die sich an einem persönlichen Tiefpunkt in ihrem Leben befinden. Beispiele hierfür sind Arbeitsverlust, familiäre Brüche oder die Trennung vom eigenen Partner. Diese Wende im Leben eines jungen Menschen wird als „Tipping Point“, auf Deutsch „Umkipp-Punkt“ bezeichnet. Das Ausnutzen dieses Moments kann auch bei Sekten beobachtet werden.

  • Nutzung Sozialer Netzwerke

    Extremisten bedienen sich einer Vielzahl von Medien und Kanälen, um ihre Botschaften nach außen zu verbreiten. Vor allem bei jungen Leuten beliebte Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter oder Instagram werden für die Verbreitung von Ideologien genutzt. Dabei gestalten extremistische Gruppierungen ihre Medien ähnlich wie Videospiele, Actionfilme und Music-Clips, also Medien, die ohnehin schon bei Jugendlichen als beliebt gelten. Als Beispiel kann man einen aus Deutschland stammenden
    Rapper nennen, der bis vor kurzem in Berlin lebte. Er schloss sich der radikal-islamistischen Szene an und gilt mittlerweile als ein ranghohes Mitglied der Terrorgruppe IS.

  • Schwarz-Weiß-Denken

    Extremistische Gruppierungen haben eine sehr enge Sicht auf die Welt: Menschen oder Staaten, die nicht ihren Ideologien entsprechen, werden als „Feinde“ oder „Ungläubige“ klassiert. Sie sind der Überzeugung, dass diese „Feinde“ die derzeitige Welt in enormem Maß bedrohen, weshalb man zu radikalen Mitteln greifen müsse. Hinzu kommt ein Überlegenheitsanspruch, der eine Abwertung der „Feinde“ nach sich zieht. Hierdurch sollen Straftaten, bis hin zu Mord, legitimiert bzw. aktiv zu ihnen aufgerufen werden.

Allerdings darf nicht jeder junge Mensch, der seinen Glauben auslebt, in die extremistische Ecke gestellt werden. Denn der Islam und Islamismus unterscheiden sich stark.
Unser Projekt „Clip2gether“ ist ein Ansatz, sich gegen Extremismus jeglicher Art zu positionieren.